PROJEKT
Ich arbeite seit Anfang Februar in der Hohepa School für Kinder mit geistiger Benachteiligung.
Meine Aufgabe ist es einen Jungen eins zu eins zu betreuen. Er ist ein Autist und redet nicht, er versteht meine Anweisungen und befolgt diese in der Regel. Es gibt zwar Tage, wo er sehr aktiv ist und sehr schwer zu erreichen, es gibt aber auch Tage wo er sehr Aufmerksam ist.
Seine autistische Veranlagung spiegelt sich darin wider, dass er ständig von irgendwelchen Pflanzen/ Bäumen einen Stück abbricht und diesen wiederum in der Mitte einmal knickt. Mit diesem Stab fuchtelt er immer herum, indem er sein Handgelenkt dreht (keine Ahnung wie man es anders beschreiben kann). Ich bin aber gerade dabei ihm das ein bisschen abzugewöhnen.
Die Kinder leben in verschiedenen Häusern auf dem Grundstück und werden von den Verantwortlichen aus den Häusern gegen neun Uhr morgens in die Schule gebracht.
Nachdem sich alle Kinder vor dem Versammlungsraum eingefunden haben beginnt auch schon die morgendliche Ansprache, wo gesungen wird und den Schülern wichtige Dinge mitgeteilt werden.
Der eigentliche Schultag beginnt nach der Versammlung. Es gibt vier Klassen und ich bin in der höchsten Klasse. In dieser Klasse befinden sich die Schüler, die im nächsten oder den nächsten Jahren in eine andere Umgebung wechseln.
Dreimal die Woche arbeiten wir im Garten. Anhand von kleinen Bildchen versuchen wir den Schülern beizubringen, welche Arbeiten sie ausführen sollten. Zum einen gießen wir den Garten, jäten Unkraut oder zum anderen fegen wir den Hof.
Momentan findet auch ein Projekt in der Klasse statt, welches „outdoor classroom“ heißt. Das Ziel des Projektes ist es Eisen zu schmieden.
Um das Eisen zu erhitzen braucht man natürlich Kohle und um Kohle herzustellen wird Holz benötigt. Wir beschaffen uns Holz, sägen es (mit einer Zweimannsäge) und spalten es. In einem speziellen Verfahren wird aus dem Holz Kohle gewonnen, dazu wird das Holz in ein Fass gegeben, welches lediglich ein Loch im Boden hat, und wird erhitzt.
So entsteht Holzkohle, die Später zum Schmieden verwendet wird.
Es gibt auch noch interessante Stunden wie „candle lesson“, die einen religiösen Bezug hat und momentan geht es um den Buddhismus.
Selbstverständlich darf der Musikunterricht nicht fehlen.
Donnerstagnachmittags fahren wir Fahrrad (mit drei Rädern). Ich konnte schon den ersten Erfolg meines Handelns erkennen. Ich habe meinem Schützling beigebracht mit dem Fahrrad um einen Baum herum zu fahren. Vorher ist er immer vor dem Baum stehen geblieben und vom Fahrrad abgestiegen, da er nicht mehr weiter wusste. Seit ich ihm das einige Male gezeigt habe fährt er meistens Drumherum.
Freitags dreht sich der morgen um die Geschichte Parsifal. Dieses Schuljahr wird die Geschichte nur erzählt, die darauffolgenden Schuljahreshälften wird das Stück mit den Kindern einstudiert und schließlich aufgeführt.
Freitagnachmittag gehen wir wandern auch wenn es regnet, wie die letzten zweimal.
Einmal die Woche gehen wir Reiten und fahren den Müll zur Recyclinganlage, sortieren ihn dort.
Alles in Allem sind die Arbeitstage sehr abwechslungsreich und immer anders. Kein Tag gleicht dem vorherigen. Die Arbeit macht mir sogar, wider meines Erwartens, sehr viel Spaß.

