Die Leidensgeschichte des Baus eines neuen Regals
Eingestellt vor: 3 Jahr(en) am Dienstag, 16. September 2008 um 12:32 Uhr
Heute war endlich der Tag gekommen, an dem ich meine/ unsere Regale fertig gestellt habe.
Ich habe vor knapp fünf Tagen, glaube ich, angefangen die Regale zu bauen. Eigentlich sollte man so etwas ja in einem Tag schaffen, aber nicht hier, nicht auf der Lakes Ranch.
Alles begann mit der Suche des passenden Materials. Es schien so, als ob dies kein so großes Problem sin. Ich hatte relativ schnell eine Platte gutes Holz gefunden. Auf Nachfrage wurde es mir zu erst gestattet das Holz zu nehmen, als ich es gerade auf den Hänger laden wollte, hieß es, dass sie diese Stück brauchen.
Hatte ich auch verstehen können, die Platten waren noch nagelneu und eigentlich zu schade für ein Regal, welches man eigentlich kaum sieht. Also machte ich mich weiter auf die Suche nach anderem Holz. Hier gibt es eine Holzhütte, in der es eigentlich genug Holz gibt. Man muss es nur finden. Jeder „schmeißt“ da sein nicht mehr benötigtes Holz hinein. Es ist nicht gerade einfach etwas zu finden oder gar erst zu suchen, da viel Zeugs auf dem Boden rum liegt.
Nachdem ich das passende Stück gefunden hatte ging es darum, wie bekomm ich dieses schwere Stück Holz zur Säge. Ja klar, mit dem Anhänger. Also wanderte ich wieder zurück wo ich den Hänger hinterlassen hatte, doch er war selbstverständlich nicht mehr dort, dann ging die Suche nach dem Hänger los. Irgendwann war er dann wieder da, aber einen Anhänger von Hand ziehen ist auch nicht gerade sehr entspannend.
Wo ist der Traktor? Na klar, nicht hier, wo denn auch sonst? Irgendwann war auch der wieder da, also nahm ich den Hänger und hängte ihn an die Anhängerkupplung des Traktor.
Holz holen und zur Säge bringen, säge zu klein. Nachdenken….. Feierabend für heute.
Am nächsten Tag machte ich mich dann daran das Holz zur „GAP“ zu schaffen. Die „GAP“ ist eine Einrichtung für Behinderte Menschen, die Bauen Dinge aus Holz und spielen Billard. Als ich dort angekommen war, bin ich auch erst einmal herausgefordert worden. Da kann man natürlich nicht nein sagen. Ich spielte gegen Christopher. Der war ziemlich gut und hat mich alt aussehen lassen.
Nach dem verlorenen Spiel begann ich dann die Platten mit einer Tischkreissäge auf die gewünschten Maße zu sägen.
Wieder im Hauptgebäude angekommen bekam ich dann die Aufgabe den anderen Anhänger zu reparieren. Einen Bolzen durchzuschneiden und einen neuen einsetzen, eigentlich eine Affäre von fünf Minuten, aber nicht hier. Nicht hier auf der Lakes Ranch.
Es wurde erste einmal zu Mittag gegessen. Danach ging die Suche nach einer Flex oder ähnlichem los. Keine leichte Aufgabe, wenn man glaubte eine gefunden zu haben wurde man eines besseren belehrt, denn sie war defekt. Als ich eine gefunden hatte war natürlich der Traktor wieder weg und der Anhänger stand zehn Meter von der Steckdose entfernt. Normalerweise kein Problem, aber nicht hier. Nicht auf der Lakes Ranch. Das Verlängerungskabel ist natürlich zurzeit nicht verfügbar. OK, habe mir gedacht, dass ich alle kurzen zusammensuche und eine langes daraus mache. Natürlich fehlen dafür noch zwei Meter. Genervt ging ich dann wieder zurück zu meinem Regal.
Wer hätte es gedacht, dass ich keine zwanzig Minuten daran arbeiten kann, bis die nächste Aufgabe kommt.
Die drei restlichen Fenster sind wieder vom Glaser zurück und mussten wieder eingesetzt werden. Es waren kleine Fenster. Was braucht man dafür? Genau eine Leiter. Super Sache, Leitern haben wir hier drei Stück. Doch wo sind die? Gute Frage. Also die Suche geht wieder los.
Eine Stunde später ist die Leiter nun endlich da. Noch schnell einen Kollegen gesucht und los gings. Die Fenster saßen in zwanzig Minuten im Scharnier.
Zwanzig Minuten Arbeit und eine Stunde suchen. Ist das nicht effektiv? Es hat aber auch seine guten Seite, man ist ständig in Bewegung.
Feierabend und Wochenende!
Montag auf ein Neues. Das Regal ist frisch gestrichen. Alles ist vorbereitet. Doch wo ist der Akkuschrauber, der mir für den heutigen Tag versprochen war? Genau, irgendwo. Auf die Suche machte ich mich, wie immer. Gefunden. Wer hätte es gedacht, Akku leer. Wo ist nur das Ladegerät, welches zum Akkuschrauber gehört? „Do you know where the battery charger is?“, „It could be here, but it could be there.” Schlauer wie zuvor machte ich mich auf den Weg und klapperte „alle“ Stellen ab.
Wow hier gibt es sogar noch einen zweiten Akku. Freudestrahlend lief ich zurück zum Akkuschraube und setzte den Akku ein. Natürlich, wer hätte es gedacht, der ist auch leer. Ab ins Ladegerät damit.
Zwei Stunden hatte ich diverse andere Dinge gemacht und der Akku war nun einsatzbereit.
Ab damit zu meinem Zimmer. Doch wie? Traktor? Ne, der ist mittlerweil kaputt und wartet darauf repariert zu werden. Ich habe mir für den Transport dann ein Auto geliehen. Auto kann man es nicht mehr nenne, es hat zwar vier Räder und ein Lenkrad, aber das wars dann auch. Egal Hauptsache es fährt. Zu meinem Glück startete es beim ersten mal, das war aber auch das letzte mal. Also ich mein Holz zu unserer Wohnung gebracht hatte wollte ich nochmals schnell zurück um den Rest zu holen und machte das Auto, wie üblich, aus. Dies war aber keine gute Idee, denn es lief danach nicht mehr an. Also Sachen unter den Arm geklemmt und Beine in die Hand genommen.
In der Wohnung angekommen klopfte ich die Wand nach Holz ab, denn die Wände sind hier nicht besonders dick und zwischen drin sind ein paar Holzbalken, in die man etwas schrauben kann. Wenn man keinen Balken trifft hält das Regal nicht sehr lange und es liegt wieder am Boden, wie mein Kleiderhaken.
Endlich konnte ich in Ruhe arbeiten, da mir keiner immer wieder neue Arbeiten gab. Aber ganz fertig wurde ich gestern nicht, also verbrachte ich den heutigen Vormittag noch damit.
Aber endlich ist es fertig und sieht gar nicht so schlecht aus, oder?
Neurael > Jörg > Tagebuch
Hey, hört sich ja sau geil an, seltenhab ich so geschmunzlt bei nem eintrag :D
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